Kleinanzeigen aka „was ist letzte Preis“

Neulich wollte ich mein Fahrrad verkaufen – es war nicht mehr gut, also eher so semi-gut, fast defekt, allerdings noch nicht schrottreif. Mit Pflaster und Spucke sicher wieder zu mehr zu gebrauchen, als damit den Berg runterzurollen. Zum Wegschmeißen zu schade und zu verschenken habe ich nichts. Was macht man also? Genau, ab in die Kleinanzeigen. Du weißt welchen Markt bzw. Dienstleister ich meine, aber da ich mir unsicher wegen der Namensnennung und im Falle einer Klage mit daraus resultierenden Deportation in ein russisches Gulag bin, spreche ich den Namen nicht komplett aus. Bei Voldemort ist das was anderes, da hab ich keine Angst. Beim Candyman auch nicht. Aber gut, ich schweife ab…

Mein Rad sollte weg – für einen kleinen Betrag, an Bastler und Selbstabholer. Man sollte meinen, bei Kleinstbeträgen wird nicht mehr groß verhandelt – naja Fehlanzeige… Außerdem – wenn ich jemanden anschreibe, dann mach ich das mit Begrüßung und Verabschiedung, aber offenbar ist das zu oldschool, daher erwarte ich das schon gar nicht mehr. Allerdings hätte ich sehr gerne komplette Sätze und kein einfaches „xx € okay“ aber vielleicht verlange ich einfach zu viel. Wenn ich alle Anforderungen ausblende und es letztendlich mit dem Gegenüber zu einem Termin zur Übergabe kommt, freue ich mich schon ein wenig über die zwei Flaschen Hugo, den ich mit dem Geld gleich kaufen möchte.

Ich warte also und denke mir „okay vor 30 Minuten wollte jemand hier sein – vielleicht ist ja was passiert, frag doch mal nach“. Mit Glück kommt ein einfaches „ich komme morgen okay?“ oder „ich bin gar nicht erst losgefahren, sorry“ oder GAR NICHTS. Soll man sich darüber aufregen? JA VERDAMMT. Was ist das für eine Unart? Gegen Verhandlungen habe ich ja nichts (außer man hat einen Artikel für 400€ inseriert und ein Spacko schreibt „für 150 nehm ich das okay“ und wird dann noch pampig, wenn man sein Angebot als lächerlich einstuft), aber zu spät kommen oder gar nicht und das ohne Notiz ist einfach nur scheiße. Generell – wie gesagt – ein Anschreiben mit Subjekt und Prädikat wäre auch nice, aber denken tut ja weh. Bei 1€ Artikeln noch nach Mengenrabatt fragen ist auch dämlich und bei Inseraten mit „KEIN VERSAND – NUR ABHOLUNG“ kann ich auf „würden Sie den Artikel verschicken“ gerne verzichten. An sich ist die Plattform ja ganz nett, aber mir vergeht der Spaß in letzter Zeit. Geht euch das auch so?

Es gibt übrigens (was ein Zufall) ein lustiges Buch zum Thema: „Was isch letzte Preis?: Die lustigsten Kleinanzeigen und Verkaufsdialoge“ (*) – einfach mal ansehen. 

Ein Kommentar zu „Kleinanzeigen aka „was ist letzte Preis“

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